Kurz eingeordnet
Transparenz ist Teil des Produktionsprozesses
Der Guide KI-Videos kennzeichnen ordnet maschinenlesbare Kennzeichnung, Deepfake-Offenlegung und interne Dokumentation ein.
Vor Veröffentlichung klären
Ermitteln Sie, ob der Inhalt synthetisch oder manipuliert ist, ob reale Personen erkennbar sind, ob eine Offenlegungspflicht greift und welche zusätzlichen Regeln der Zielkanal verlangt.
Vier getrennte Rechtsfragen
Bei KI-Videos werden häufig verschiedene Themen vermischt. Die Kennzeichnung eines synthetischen Inhalts ist nicht dasselbe wie die Einwilligung einer dargestellten Person. Nutzungsrechte an Stimme, Avatar, Musik oder Stockmaterial sind wiederum von Datenschutz und Vertraulichkeit zu trennen. Für jede Veröffentlichung sollte deshalb festgehalten werden, welche Person, welches Asset, welcher Kanal und welcher Zweck betroffen sind.
Diese redaktionelle Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Sie hilft Teams, die richtige Frage an interne Datenschutz-, Rechts- oder Compliance-Verantwortliche zu stellen und die Antwort zusammen mit Skriptversion, Quellen, Freigaben und Exportdatei zu dokumentieren.
Prüfpfad vor der Veröffentlichung
Inhalt einordnen
Feststellen, ob das Video synthetisch erzeugt, wesentlich manipuliert oder nur technisch bearbeitet wurde.
Personen und Stimmen prüfen
Einwilligung, Zweckbindung, Widerruf und erlaubte Kanäle nachvollziehbar festhalten.
Kennzeichnung bestimmen
Gesetzliche, plattformspezifische und redaktionelle Hinweise getrennt bewerten.
Nachweis archivieren
Freigabe, Tarifbedingungen, Assetquellen, Modell- oder Toolversion und Veröffentlichungsdatum speichern.
Wann fachlicher Rat nötig ist
Besondere Vorsicht ist bei realistisch wirkenden Darstellungen realer Personen, politischen Inhalten, Werbung, Beschäftigtendaten, Minderjährigen, biometrischen Merkmalen und regulierten Branchen sinnvoll. Auch grenzüberschreitende Kampagnen können zusätzliche Regeln auslösen. Die verlinkten Detailseiten erklären Kennzeichnung und Nutzungsrechte getrennt, damit ein offener Punkt nicht durch eine pauschale Aussage wie „kommerziell nutzbar“ überdeckt wird.
- unklare oder widerrufene Einwilligung
- nachgeahmte Stimme oder Erscheinung einer realen Person
- bezahlte Werbung mit tarifabhängigen Einschränkungen
- vertrauliche Eingaben oder personenbezogene Trainingsdaten
- Veröffentlichung in mehreren Rechtsräumen
Beispielszenarien unterscheiden
Ein vollständig fiktiver Avatar, der eine interne Prozessbeschreibung spricht, wirft andere Fragen auf als ein Avatar nach dem Erscheinungsbild einer Beschäftigten. Im zweiten Fall sind Einwilligung, Zweck, zulässige Kanäle, Laufzeit und ein möglicher Widerruf besonders relevant. Wird dasselbe Video später als öffentliche Werbung genutzt, muss die ursprüngliche Freigabe diese neue Verwendung tatsächlich abdecken.
Auch eine automatische Übersetzung kann den Aussagegehalt verändern. Namen, Zahlen, Warnhinweise und rechtlich sensible Formulierungen brauchen eine fachliche und sprachliche Abnahme. Ein technischer Hinweis des Tools, dass Übersetzung unterstützt werde, belegt weder inhaltliche Richtigkeit noch eine rechtliche Freigabe.
Bei einem rein illustrativen, eindeutig künstlichen Erklärvideo kann die Transparenzfrage anders ausfallen als bei einem realistisch wirkenden Deepfake. Maßgeblich bleiben konkreter Inhalt, Kontext, Zielgruppe und Kanal. Deshalb führt der Hub zu getrennten Detailprüfungen statt zu einer universellen Kennzeichnungsformel.
- interne Schulung mit fiktivem Avatar
- öffentliche Kampagne mit geklonter Stimme
- Übersetzung einer realen Sprecheraufnahme
- synthetische Darstellung eines realen Ereignisses
- Produktdemo mit echten Oberflächen und künstlichem Voiceover
Dokumentation für spätere Rückfragen
Eine Veröffentlichungsakte sollte auch für Personen verständlich sein, die nicht am Projekt beteiligt waren. Sie enthält Zweck, Zielgruppe, verwendete synthetische Elemente, Einwilligungen, Rechtequellen, Kennzeichnung, Freigabeperson und finale Datei. Werden nachträglich Fragen gestellt, lässt sich so zwischen ursprünglicher Entscheidung und späterer Änderung unterscheiden.
Bewahren Sie nur erforderliche Nachweise auf und legen Sie Zugriff sowie Löschfrist fest. Eine unstrukturierte Sammlung sensibler Ausweiskopien oder Rohaufnahmen schafft neue Risiken. Wo ein Nachweis nicht ohne Weiteres gespeichert werden darf, genügt gegebenenfalls eine kontrollierte Referenz auf das freigegebene System.
